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(Forever) Loss

Lissy Willberg

Artistic Residence

Mit „(Forever) Loss“ erprobt Künstler*in und Audiobeschreiber*in Lissy Willberg – ausgehend vom Verlustbegriff bei Báyò Akómoláfé – Audiodeskription als relationale und situierte Dokumentationspraxis.


Über das Projekt

Der Philosoph Báyò Akómoláfé versteht Verlust als Grundbedingung von Welt. Seine Perspektive begreift alles im kontinuierlichen Werden und Verschwinden. Der modernen Obsession mit Stabilität setzt Akómoláfé die Metapher des Komposts entgegen: Was vergeht, verwandelt sich und ermöglicht Neues. „(Forever) Loss“ ist eine performative Situation, in der Besucher*innen eingeladen werden, ihre Form zu verlieren und zu beobachten, was in diesem Loslassen möglich wird. Das Angebot des Zerfalls orientiert sich an Akómoláfés Idee der Kompostierung. Im Zersetzen entstehen Verbindungen zu Ahnen und mehr-als-menschlichen Wesen, die individuelle Abgrenzungen porös werden lassen und andere Perspektiven auf Verlust ermöglichen. 

Ausgangspunkt bildet die Audiodeskription, welche als eigenständige ästhetische und epistemische Praxis untersucht wird. Als Gegen-Archiv entzieht sich Audiodeskription zentraler Prinzipien klassischer Archivierung (Fixierung). Anstelle von visueller Dominanz, Eindeutigkeit und Dauerhaftigkeit erzeugt sie situierte, perspektivische und zeitgebundene Spuren von Wahrnehmung. Aus dieser Resonanz erwächst ein medienreflexiver Zugang, der Verlust nicht nur inhaltlich verhandelt, sondern in seinen ästhetischen und medialen Bedingungen erforscht. 

Im Rahmen der Residenz ist Lissy Willberg im Gespräch mit der blinden Künstlerin und Audiobeschreiberin Pernille Sonne, der Dramaturgin und Audiobeschreiberin Emilia Schlosser, der Geräuschemacherin Maximiliana Pongratz sowie dem Soundkünstler Peter Hermans.


Über Lissy Willberg

Lissy Willberg (*1989, Ost-Berlin) ist Künstler*in und Audiobeschreiber*in. Nach dem Diplom an der HGB Leipzig (2020), einem M.A. am Dutch Art Institute (2022) und der Teilnahme am Postnatural Independent Program (2023), erfolgte 2025 eine Ausbildung für Audiodeskription.

Anhand von Klang, Text und Choreografie untersucht Willberg soziale und räumliche Dynamiken. Ausgangspunkt bilden Texte, die die Form von Skripten, Scores, Ausstellungsanleitungen, Songtexten, wissenschaftlichen Beiträgen oder Audiobeschreibungen annehmen. 

Im Jahr 2023 erhielt Willberg ein Arbeitsstipendium der KdFS sowie der Stiftung Kunstfonds und wurde von 2017 bis 2022 durch ein Stipendium der Studienstiftung gefördert. Deren Texte sind bei Cthulhu Books und Transcript erschienen. Von 2021 bis 2024 hatte Willberg einen Lehrauftrag in der Klasse für Performative Künste an der HGB Leipzig inne und lehrte im WS 23/24 sowie 24/25 an der Burg Giebichenstein Halle. Seit mehr als zehn Jahre geht Willberg einer ehrenamtliche Tätigkeit in Assistenz und Pflege mit be*hinderten Menschen nach, was deren Verständnis von der Rolle als Künstler*in und von Kunst im Allgemeinen prägt. 

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HÖRKUNST - Audiodeskription & inklusive Kunstvermittlung