TanzDIALOG
Ausgehend von den vielen Resonanzen zwischen Tanz und anderen Bereichen, kuratiert 4fT – Tanzplattform Leipzig seit 2018 die TanzDIALOGE, ein interdisziplinäres und vielfältiges Gesprächsformat. Im Rahmen der TanzDIALOGE begegnen sich Tanzschaffende und Akteur:innen aus unterschiedlichen Wissenssparten und gesellschaftlichen Kontexten und treten miteinander in einen Austausch, der verschiedene Erfahrungswelten verbindet und neue Forschungsfelder eröffnet.
So schlagen die TanzDIALOGE Brücken zwischen Kunstschaffenden und unterschiedlichen Publika, stoßen innovative Ansätze in der Choreografie an und machen die Relevanz choreografischer und performativer Denk- und Arbeitsweisen für andere Kontexte sichtbar.
Damit wirken sie zugleich als Vermittlungsformat, Austauschplattform und Labor, in dem ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen verhandelt wird – mit Bezügen zu so unterschiedlichen Bereichen wie multimedialer Kunst, Neurowissenschaften, Archivarbeit bis hin zur Unterhaltungsindustrie.
Die TanzDIALOGE finden in kreativen Formaten statt, die Partizipation und Austausch in den Mittelpunkt stellen. Tanzschaffende teilen Einblicke in ihre Arbeit und machen ihre künstlerischen Prozesse erfahrbar. Expert:innen stellen Materialien aus ihrer Praxis oder Forschung vor, etwa in Form von Videos, Bildern oder Texten. Flankiert wird das Format durch interaktive Momente, in denen das Publikum eingeladen ist, ausgewählte choreografische Ansätze auf freiwilliger Basis selbst zu erproben.
Vergangene TanzDIALOGE
Die Choreographie des Archivs, 2022
Im Dialog zwischen der Choreografin Irina Pauls und der Tanzwissenschaftlerin Janine Schulze-Fellmann stand im Mittelpunkt, wie Archive choreografische Praxis beeinflussen – und wie umgekehrt künstlerische Arbeit Archivmaterial aktiviert, befragt und neu ordnet.
Mit: Irina Paul (Choreografie), Dr. Janine Schulze-Fellman (Tanz- und Theaterwissenschaft), in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig.
Wirksamkeit und Handlungs-Macht (Agency), 2022
Ein transdisziplinärer Nachmittag mit Angelika Waniek und Hermann Heisig verhandelte „Agency“ als Frage von Handlungsspielräumen, Wirkung und Verantwortung im performativen Handeln.
Mit: Hermann Heisig (Choreografie und Performance), Angelika Waniek (Choreograpfie und Performance), in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels.
Autotomie: Die Zeit der Chimäre, 2022
Im Zentrum dieses DIalogs stand, wie „post-organische“ Perspektiven und (Evolutions-)Biologie gängige Körperbilder irritieren und neue Zeitlichkeiten sowie die „Chimäre“ als Denkfigur eröffnen.
Mit: Post Organic Bauplan (Dr. Salvador Marino (Evolutionsbiologie und Multimedia), Josefina Maro (Performance)), Charlie Fouchier (Moderation), in Kooperation mit LOFFT- DAS THEATER.
Körperliche Erinnerungen, 2021
Das Gespräch fokussierte „verkörperte Erinnerung“: wie Erinnerungen körperlich gespeichert, wahrgenommen und in Bewegung/Choreografie (wieder) wirksam werden.
Mit: Daniel Rakovsky (Choreografie), Prof. Dr. Uwe Wolfradt (Psychologie). Online-Veranstaltung.
Bodies as landscapes, 2021
„Bodies as Landscapes“ nimmt den „Körper als Landschaft“ als Ausgangspunkt, um die Schnittstellen von Architekturdenken und choreografischer Praxis zu erkunden – und zu fragen, wie Körper und Bewegung Raum erzeugen, strukturieren und erfahrbar machen.
Mit: Prof. Mª Marìa Auxiliadora Gálvez Pérez (Architektur), Lisanne Goodhue (Choreografie), Martina Bako (Moderation), Online-Veranstaltung, in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels.
Archive as absence, 2021
In "Archiv as absence" wird das Archiv als „Abwesenheit“ verhandelt – als ein Gefüge, das Lücken, Verschwinden und Nicht-Verfügbarkeit markiert und dennoch künstlerische Forschung und choreografische Praxis entscheidend strukturiert.
Mit: Quim Bigas Bassart (Choreografie), Prof. Dr. André Lepecki (Performance Studies), Martina Bako (Moderation), Charlie Fouchier (Produktion). Online-Veranstaltung.
FUN!, 2021
Die Choreografin Lea Moro und die Kulturmanagerin Claudia Hoffmann (BELANTIS) analysierten „Spaß“ als gesellschaftliches, kulturwissenschaftliches und künstlerisches Phänomen – mit einem Blick auf Freizeitparks und die Logiken der Unterhaltungsindustrie.
Mit: Claudia Hoffmann (Kulturmanagement), Lea Moro (Choreografie), in kooperation mit der Schaubühne Lindenfels.
Schall & Raum, 2018
Im Wechsel aus Gespräch, Stimme/Singen und praktischem Ausprobieren untersuchten Hermann Heisig und Thomas Christoph Heyde das Potential von Stimme(n) im Verhältnis zu sozialer und medialer Resonanz sowie räumlicher Erfahrung.
Mit: Hermann Heisig (Choreografie und Performance), Thomas Christoph Heyde (Komposition, Medienkunst, Kuration), in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels.
Hören. Tanz. Gehirnzyklen, 2018
Das Publikumsgespräch brachte Laurent Chétouane (Choreografie) und Tommaso Tosato (Neurowissenschaft) zusammen, um „Hören“ als choreografische Praxis mit neurowissenschaftlichen Perspektiven auf Rhythmen/Zyklen des Gehirns zu verschränken.
Laurent Chétouane (Choreografie), Dr. Tommaso Tosato (Neurowissenschaft), Charlie Fouchier (Moderation) in Kooperation mit der Residenz (Schauspiel Leipzig).